Warmes Croissant Brötchen mit Gouda
Geführt als: Warmes Croissant Brötchen mit Gouda, Tomaten, Zwiebeln
und Gurkenaufstrich
Das Gericht
Unbestätigte Legenden behaupten, das Croissant wäre von Wiener Bäcker:innen erfunden worden um einen demütigenden Sieg über die unterlegenen türkischen Angreifer zu feiern. Dabei ist das Croissant heute das Epitom der französischen Konditoreikunst, und reiht sich nahtlos in das Ethos der handwerklich unnötig komplizierten, aber exzellenten, Küche der ehemaligen "grande nation" ein. Andere Küchen, wie zum Beispiel Hamburg mit seinem Franzbrötchen, eifern dem Croissant nach, aber schaffen mit weniger Aufwand und mehr Zutaten nicht das, was dem bescheidenen Croissant mit seinen wenigen Zutaten und seinem unsäglichen Aufwand gelingt.
Und vielleicht ist es diese maximalistische hanseatische Franzbrötchenattitüte, aus der das Gouda-Croissant entstanden ist. Warum sollte man dieses französische Gebäck österreichischer Herkunft nicht mit dem Inbegriff des vulgären niederländischen Käse panschen, und ohne Not wahllos Gemüse reinwerfen, um das ganze schließlich in einer Schneckenform zu backen – und das ausgerechnet in Luxemburg, dem Geburtsland des Autors? Die Gründe dafür sind vielerlei. Und was ist los mit dieser Schreibweise "Croissant Brötchen"? Hat das Marketing-Team hier probiert die Annahme, Croissants seien alle süß, für den typischen deutschen Verbraucher mit Brot zu verkontextualisieren? Wir werden es nie erfahren.
Wie war's?
Das Käsecroissant (die Redaktion versucht die Schreibweise "Croissant Brötchen" zu vermeiden) kommt, sofern keine Störungen im Betriebsablauf vorliegen, dampfend heiß an. Dabei ist der Anblick des Produktes mit seiner hübschen geometrischen Form, dem gebräunten Käse und, bei leichter Druckausübung, dem herausquellenden flüssigen Käse ein Anblick der quasi ohne weiteres Zutun einem professionellen Produktfoto ähnelt.
Geübtes BoBi-Personal serviert das Croissant in einer Kartonschüssel an deren Rand angelehnt. Ansonsten wird nach kurzem Lagern die Unterseite des Croissants weich und matschig – man redet hier auch noch von Dampfkondensation.
Der erste Biss bestätigt die Vorahnung: Am Ende des Genusses ist man entweder im kulinarischen Himmel oder einer Stroke-Unit. Sofern man sich nicht die Zunge verbrennt, merkt man schnell, dass der Käse weniger mit Gouda zu tun hat, und eher Umami im flüssigen Aggregatszustand ist. Fett, Salz und Hitze sind, zum Leidwesen der Gefäße in Herz und Hirn, das Geheimrezept dieses Snacks. Im Nachgang wird der Konsument zusätzlich durch eine kurz anhaltende Säure, wie man sie von Frischkäse kennt, überrascht. Die Tomatenstücke in der Füllung sind zwar geschmacklos, dienen aber einerseits als Vorwand dass dieses Gericht doch nicht ganz ungesund sei, andererseits als spannende Abwechslung bei der Oralsensorik. Sie geben dem Ganzen zusätzliche taktile Tiefe.
Einziges Problem: Wie bei vielen Gerichten im BoBi ist die Aufwärmleistung ungleichmäßig. Prinzipiell sind alle Käsecroissants außen heiß, aber können manchmal innen kalt sein.
Nichtsdestowenigertrotz ist das Warmes Croissant Brötchen mit Gouda eines der besten Items in der ganzen Palette des DB Bordbistros. Es hat, ohne Widerrede, 5 Züge verdient.
Preis: 6,90€
Testdatum: 3. Juni 2026 und Weitere
Einführungsdatum: -
Abschiedsdatum: -
Inhaltsstoffe: 8 % Croissant (WEIZENMEHL, BUTTER, Wasser, Hefe, Zucker, MAGERMILCHPULVER, jodiertes Speisesalz (Speisesalz, Kaliumjodat), WEIZENGLUTEN, WEIZENMALZMEHL, LAKTOSE, Mehlbehandlungsmittel: Ascorbinsäure), 29 % GOUDA, 18 % Gurkenaufstrich (FRISCHKÄSE,
4,3 % Gurke, SPEISEQUARK, Rapsöl, Stärke, Branntweinessig, EIGELB, Zucker, Speisesalz, Kräuter, Verdickungsmittel: Xanthan, Guarkernmehl; Säureregulator: Natriumacetate; Konservierungsstoff: Kaliumsorbat), 8 % Tomatenwürfel, 7 % Frühlingszwiebeln